23.04.2019

Antworten auf deine Fragen zu Multi- und Crossmedia-Storytelling

Was, wenn du deine Antwort hier nicht findest?  

Schreib mir!

Was bedeutet «multimedial» und was «crossmedial»?   

Journalismus ist keine exakte Wissenschaft. Viele Begriffe werden deshalb unterschiedlich eingesetzt. Frag deshalb einfach nach, wenn du etwas nicht verstehst.

So definieren wir am MAZ «multimedial» und «crossmedial»:

Während «Multimedial» alle Formate abdeckt, die online eingesetzt werden können, bezieht sich «Crossmedial» darauf, dass ein und dieselbe Geschichte über verschiedene Kanäle ausgespielt wird. «Transmedial» ist ein Spezialfall von «Crossmedial» und bedeutet, dass Elemente einer Geschichte jeweils nur auf einem Kanal erzählt werden. Man muss also von einem Kanal zum anderen wechseln, um die ganze Geschichte mitzubekommen.

Warum sollen wir multimedial arbeiten?

Natürlich auch, weil wir können. Es gibt aber noch viele andere gute Gründe: Multimedia-Elemente …

  • sprechen Sinne an (machen auf verschiedene Weise Eindruck).
  • können helfen, Zeit zu sparen.
  • vermitteln, was nicht (oder nur mit viel Aufwand) erzählt werden kann.
  • erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Beitrag genutzt wird.

Und nicht zuletzt: Das Publizieren online wird immer einfacher, es wäre schade, dass journalistische Potenzial, das neue Erzählformen mit sich bringen, nicht zu nutzen!

Wann funktionieren multimediale Umsetzungen gut?

Multimedia-Elemente machen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen Sinn, wie eine Studie zeigt. Sie

  • müssen einen Mehrwert zum Text bieten.
  • müssen thematisch genau passen.
  • müssen ohne Erklärung Sinn machen.
  • müssen ohne Erklärung nutzbar sein.
  • sind sorgsam am richtigen Ort zu integrieren.
  • dürfen den Fluss nicht unterbrechen.

Was kann ich online erzählen, was ich sonst nicht erzählen kann?

Ein Beispiel: Es ist vier Uhr früh an einem Samstag anfangs Juni. Du bist gerade bei einem Bauern angekommen, der an diesem Morgen seine Kuhherde aus dem Tal auf die Alp treiben wird, wie schon seit 60 Jahren. Du wirst ihn und seine Familie an diesem Tag begleiten – ein herrlicher Reportage-Tag liegt vor dir.

Als Radio-Journalistin oder Radio-Journalist ist klar, was du von einer Repo zurück bringst: Töne. Arbeitest du beim Fernsehen, setzt du bewegte Bilder ein. Bist du Printjournalist, schreibst du einen Text und machst vielleicht noch Fotos oder gar eine Grafik dazu. Was aber bringst du zurück, wenn du multimedial für einen Online-Kanal arbeitest?

Online, das zeigt folgende Darstellung ganz klar, kann alle Formate nutzen (und es kommen vielleicht bald noch welche dazu, z.B. Gerüche…):

Online können wir Texte mit Bild, Illustrationen, Tönen und Videos kombinieren. Ein Blick in Online-Portale zeigt allerdings, dass die erzählerischen Möglichkeiten von Multimedia oft noch viel zu wenig ausgeschöpft werden. Es fehlt an Zeit, Handwerk, Infrastruktur oder Tools. In der Praxis zeigen sich allerdings zwei Hindernisse:

  • Journalistinnen und Journalisten kommen selbst nahe liegende Umsetzungen gar nicht in den Sinn, weil ihr Formate-Denken viel zu fest von ihrem Hauptmedium gelenkt wird.
  • Es wird zu wenig geplant und wenn, dann oft zu spät damit begonnen (siehe dazu Frage: «Warum muss ich mehr planen als früher?»)

Die Frage, die sich also stellt, lautet:

Wie finde ich passende multimediale Umsetzungen für meine Geschichte?

Dazu habe ich eine ausführliche Anleitung geschrieben.

Wie funktioniert das Storytelling-Tool?

Das ist ausführlich hier beschrieben.

Warum muss ich beim multimedialen Arbeiten früher und mehr planen als sonst?

Online ist zwar der schnellste Kanal, den wir haben. Aber Multimedia ist trotzdem sehr langsam. Deshalb ist eine vorausschauende Planung wichtig, wie ich hier beschrieben habe.

Wie bestimme ich, was ich in den einzelnen multimedialen Elementen genau erzähle?

Dazu habe ich eine ausführliche Anleitung geschrieben.

Wie viel multimediale Elemente soll ich einsetzen?

Dafür gibt es eine ziemlich einfache Antwort: so wenig wie nötig! Jedes multimediale Element ist potenziell ein Stolperstein und kann dazu führen, dass der User, die Userin aus der Geschichte aussteigt.

Worauf muss ich beim Einsatz von Fremdmaterial achten?

Es gibt oft hervorragendes Material, auf das man zurückgreifen kann. Im hauseigenen Archiv etwa, bei Institutionen oder Unternehmen. Es lohnt sich, früh darüber nachzudenken, wer Material haben könnte, denn oft muss es noch zusammengesucht oder sogar digitalisiert werden. Und das dauert.

Aber Achtung beim Einsatz von Fremdmaterial:

  1. Quelle: Genügt das Material journalistischen Standards?
  2. Deklaration: Immer deklarieren, woher das Material stammt.
  3. Rechte: Hast du die Rechte, dieses Material zu brauchen?

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