Gefangen!

Ich muss gestehen, ich wusste erst gar nicht, was das ist, ein «Blog-Stöckchen»! Schon wieder etwas gelernt! Conradin Knabenhans hat mir auf diese Art vier Fragen zum Thema Einstieg in den und Ausstieg aus dem Journalismus gestellt, die ich hier auf meinem Blog gerne beantworte – ich hoffe, zu deiner Zufriedenheit, Conradin! Sonst einfach melden, aber bitte etwas Geduld haben, ich bin ganz weit hinten im Wallis und geniesse es, nur selten ins Internet zu können! 😉

1. Welche Gründe gäbe es für dich, aus dem Journalismus auszusteigen?

Ganz grundsätzlich gibt es unzählige Gründe, die jemanden dazu bewegen könnten, aus dem Journalismus auszusteigen (siehe dazu auch den Beitrag von Dani Glur, der diese Fragen ebenfalls beantwortet hat). Für mich ist das nicht ein Job, sondern mein Leben, insofern stellt sich die Frage nicht. Nun kann man natürlich zu recht sagen: «Aber du schreibst ja kaum mehr!». Das stimmt. Aber nicht, weil ich nicht gerne als Journalistin arbeite – ganz im Gegenteil, ich vermisse die tägliche journalistische Arbeit sehr. Aber ich denke mir, ich kann mehr für den Journalismus tun, wenn ich mich an der Journalistenschule MAZ und in meinen anderen Engagements und Projekten dafür einsetze, dass guter Journalismus auch in Zukunft noch möglich ist.

2. Kennst du in deinem Umfeld Personen, die gerne im Journalismus arbeiten würden, es aber nicht geschafft haben? Was waren die Gründe?

Ich habe in den letzten zwanzig Jahren viele kennengelernt. Vielleicht bin ich jetzt ein bisschen böse, aber die allermeisten sind daran gescheitert, dass sie vor lauter Reden nicht dazu gekommen sind, es auch zu tun. Man darf mir jetzt auch den Vorwurf machen, ich sei elitär, aber es ist gut, dass es nicht jeder schafft. Ich finde es tatsächlich richtig, wenn sich nur die Besten durchsetzen. Und die setzen sich durch – auch wenn es manchmal (zu) lange dauert. Wer wirklich will und daran arbeitet, der schafft es auch, das sehe ich an den Generationen von Studierenden, die ich betreut habe. Allerdings sehe ich auch, dass es immer schwieriger wird und unsere Branche es sich viel zu einfach macht. Auch da möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, das zu ändern (habe Ideen, die sind aber nicht spruchreif).

3. Was heisst für dich journalistische Karriereplanung?

Sich nicht in eine Abhängigkeit zu manövrieren, in der man keine Wahl mehr hat. Was ich damit genau meine, habe ich hier ausführlich beschrieben. Für mich ganz konkret bedeutet das, verschiedene Standbeine zu haben und kein Klumpenrisiko einzugehen.

4. Welchen journalistischen Fehler hast du in deiner bisherigen Karriere begangen?

Ich fürchte es war nicht nur einer…! Ich habe bestimmt schon oft meine Leserinnen und Leser gelangweilt, sie nicht umfassend informiert und mich (weil ich zu wenig Bescheid wusste) von Interessensgruppen vor den Karren spannen lassen. Ich habe Themen verpasst, weil ich die Relevanz nicht realisiert habe. Ich habe es versäumt, mit spannenden Leuten zu sprechen, sicherlich habe ich vielen Leuten, mit denen ich gesprochen habe, nicht richtig zugehört …

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